
Nach dem Erscheinen von Nummero zwei von DIE WARE schauten wir als Redaktionscombo unserem verdienten Urlaub entgegen. Mit dem ['solid] Sommercamp hatten viele Mitglieder die Chance, mit FreundInnen und MitstreiterInnen ihre Urlaubssession mit Campen, Action, Musik und mehr oder weniger Politik in Barth an der Ostsee zu starten. Ein Muss für DIE WARE hierüber zu berichten.
Sicherlich kennst Du auch das Phänomen, nach der Rückkehr aus der Abgeschiedenheit in die alltägliche Realität mit Spannung die Top-News zu verschlingen. In anderen Jahren lassen sich die Ereignisse der Abwesenheit schnell und routiniert nachträglich konsumieren. Dyba tot. Kohl schweigt. Der Concorde-Absturz löste die Topmeldung von der Jolo-Geiselnahme ab. Ok. Nichts, was einen vom Hocker reißt.
Der Web-Server von ['solid] befand sich im Gegensatz zu seiner Adresse www.solid-online.de aus verschiedenen Gründen immer noch Off-line. Ein Grund ist der Provider, die STRATO AG. Abhilfe gibt es mit www.solid-web.de.
Doch geradewegs im Sommerloch gelandet, überraschte ein Thema in der Sommerloch-Debatte dann ganz unerwartet. Bevor klar war, woher plötzlich die Brisanz der öffentlichen Debatte kam, wurde der Rechtsextremismus als Staats- und Wirtschaftsfeind Nr. 1 ausgemacht. An Ideen im Kampf gegen den Rechtsextremismus schien es den PolitikerInnen nicht mehr zu mangeln. Etliche Forderungen, die von ihnen vorgetragen wurden, hatten gleiche Inhalte, für die AntifaschistInnen und Linke schon länger stritten. Allerdings scheinen einige PolitikerInnen ihre Interessen jenseits des Kampfes gegen Rechts an die Debatte ankoppeln zu wollen. So geschehen durch den Berliner Innensenator Eckard Werthebach ganz im polizeistaatlichen Reflex. Denn so neu ist seine Forderung nach einem verschärften Demonstrationsrecht nicht. Ebenso verwunderlich ist die Vereinfachung von antifaschistischem Engagement auf das pure Weitergeben von Adressen rechter Web-Sites an staatliche Stellen. So einfach, per Mausklick, war Antifaschismus noch nie
|

haben. Wieviel von dem momentanen gesellschaftlichen Druck gegen den Rechtsextremismus uns auch noch nach dem Sommerloch erhalten bleibt, ist abzuwarten.
Ebenfalls warten wir gespannt auf den Cottbuser PDS-Parteitag Mitte Oktober. Wird die PDS die Möglichkeit zur Rückkehr in die Öffentlichkeit wahrnehmen? Wie geht es weiter mit der Programmdiskussion? Wer wird eigentlich stellvertretender Parteivorsitzender? Wir werden berichten.
In einer unserer endlos langen, mit Drogenkonsum gespickten Redaktionskonferenzen auf unserem supercoolen, ewig geilen und megahypigen Sommercamp (jeden Abend mit dem Gerontologenstammtisch, den wir hier grüßen wollen) haben wir beschlossen, das wir nicht mehr ganz so diktatorisch sein wollen, und ihr uns auch eure Meinung sagen sollt. Also, ihr habt die Erlaubnis, uns zu kritisieren. Schreibt Leserbriefe, Lesermeinungen, endlich auch mal was Negatives. Wir als strukturpoststalinistische Redaktion können mit Kritik gut umgehen (schlechte Kritik = Papierkorb; gute Kritik = Traditionskabinett; permantes Revulotionsgelaber = Eispickel). Also, immer nur diese Lobhudelei. Wir haben es satt. Schreibt doch mal was Schlechtes!
Und so gehen dann auch die Sommer- oder Semesterferien oder der Urlaub ihrem Ende entgegen. Und wie immer im September interessieren sich alle für die Ausbildungsplätze. Wirklich alle? Nein? Ein kleines gallisches Dorf ... aber das ist eine andere Geschichte. Eigentlich interessieren sich nur die wenigsten für die aktuellen Zahlen vom Ausbildungsmarkt. Warum aber ist das alles so interessant für 5 Leute, die eigentlich Sommerferien machen wollten, lauter Artikel für eine kleine aber feine Zeitung zu schreiben? Eigentlich konnten wir uns das bisher selbst nicht wirklich erklären. Aber ich will es mal mit einem Werbespruch einer Bank aus Nürnberg ausdrücken: Die machen das einfach!
Also, Thema der Ausgabe:
Das Leben wird immer schöner!
|

|